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Donnerstag, 12. April 2012

Das Asperger-Syndrom

Wie wirkt sich das Asperger-Syndrom auf den Alltag aus? Welche Hindernisse gibt es mit dieser Diagnose?
Es wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf den Alltag aus. Ist man zu Hause, so wird es nicht bemerkt, so lange man alleine ist. Doch, ist man nicht alleine, so kommen seine Eigenschaften zum Vorschein. Bei den einen stärker als bei den Anderen. Das Erste ist sicher der fehlende Blickkontakt. Dies kenne ich von mir selber. Gesichter sind für mich nicht wichtig. Die Stimme hingegen schon. Viele sind jedoch irritiert darüber. Denn sie wollen dem Gegenüber in die Augen schauen können. Privat geht das ja noch, doch in der Arbeitswelt wird es schwierig. Da zählen die Softskills mehr als das Fachwissen. Genau mit diesem Punkt haben wir aber unsere Mühe. Gut in der Arbeit, genaues arbeiten aber keine wirklichen sozialen Kompetenzen.
Wir merken es nicht, da wir die Signale der anderen nur schwer oder gar nicht interpretieren können. Man muss sich also eine Strategie zurecht legen, damit man trotzdem in der Arbeitswelt bestehen kann.
Denn nur zu sagen, dass man Asperger hat, das ist keine Entschuldigung. Klar muss darauf Rücksicht genommen werden, aber auch wir sollten uns bemühen, die anderen zu verstehen. Wenn auch nur theoretisch. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass wir aufklären. Heute ist das Asperger in allen Medien. Jeder schreibt was darüber. Wir werden auch immer alle als Genies dargestellt. Autismus =  Genie. Dann bringen sie aber immer die Savants. Das ist leider nicht das Selbe. Das genau differenzieren, das liegt den Journalisten nicht so.
Sie wollen eine Story. Wenn einer aber mal einen Bericht über das Asperger schreibt, so werden immer berühmte Namen genannt. Mozart, Einstein... Das ist auch nicht gerade förderlich. Die meisten von uns, sind nicht so. Die grossen Denker sind Aussnahmen. Und nicht jeder muss ein Asperger gewesen sein. Heute wird das aber so dargestellt.
Ein weiters Problem ist, das viele Kinder mit Asperger diagnostiziert werden. Doch eine Studie belegt, dass es nur die wenigsten sind. Die meisten haben das ADHS. Dieses ist vom Asperger nicht so ohne weiteres zu unterscheiden. Jedoch ist der Unterschied gross.
Seit Autisten der Öffentlichkeit bekannt sind, wollen vor allem Eltern, dass ihre Kinder Autisten sind. Denn dann ist es ein Genie. Das ist aber wie beschrieben ein Irrglaube. Dem Kind schadet so eine Diagnose mehr, als das sie was bringt. Es wird dadurch noch mehr zu einem Spezialfall. Das Leiden nimmt also zu und nicht ab.
Doch was ist mit den Erwachsenen? Für die wird nicht so viel getan. Es gibt eine Diagnose, und das war's dann. Die Ämter und Behörden können damit nicht umgehen. Sie sehen, eine Diagnose, wissen nicht was es ist, und bandeln einem normal. Doch genau da liegt der Punkt. Denn wir können in einem normalen Arbeitsumfeld arbeiten. Dass geht. Doch die Anstrengung ist riesig. Das geht nur eine Weile gut, danach kommt es zu Depressionen oder sonst was. Ein geeignetes Umfeld ist da idealer.
Es ist so, und dafür kämpfe ich auch, dass das Asperger eine Behinderung ist. Viele wollen das nicht wahrhaben. Sie schreiben immer, dass sie anders sind und einzigartig. Doch das meinen die meisten Menschen von sich. Die Behinderung ist die Kommunikation, die fehlende Empathie, Mimiken und Gestiken falsch verstehen oder gar nicht. Solche Sachen behindern einem im Alltag. Es kommt zu Missverständnissen. Das kann zum Ende von Beziehungen führen. Privat wie auch beruflich.
Gäbe es eine Therapie, die dafür sorgen würde, dass ich das Asperger nicht mehr habe, ich würde ablehnen. Denn ich lebe schon über 30 Jahre damit. Also mein ganzes Leben. Wieso sollte ich das ändern wollen. Ich kann Dinge die ein Normaler nicht kann, aber er kann Dinge, die ich nicht kann. So kann man die Synergien nutzen und etwas positives Entstehen lassen. Man muss sich nur auf einander einlassen.