Dieses Blog durchsuchen

Translate

Sonntag, 1. September 2013

Asperger und Sex

Das Thema Sex habe ich bis heute aussen vor gelassen. Doch ich denke, es ist an der Zeit, dass ich auch mal was dazu schreibe.
Sex ist etwas, was zum Leben gehört, wie alles andere auch. Er ist nichts Geheimnisvolles oder Komisches. Er ist etwas ganz natürliches. Und doch machen die Muggel immer ein riesen Ding daraus. Es wird über alles gesprochen, ausser über Sex. Wieso eigentlich? Was ist daran so anders? Ich denke, dass es damit zu tun hat, das Sex sehr intim ist. Das er nur einem was angeht. Und doch verkaufen sich Bücher oder Filme in denen Sex vorkommt bis heute am besten. Auch das Voyeuristische ist ein grosser Bestandteil davon. Was gibt es spannenderes, als andere nackt zu sehen oder wie sie Sex haben. Nun, für mich ist das nicht spannend. Es ist deren Sache, nicht die Meinige.
Für mich ist Sex nicht einfach nur Geschlechtsverkehr, sondern ein Ausdruck der Liebe. Nicht grundlos heisst Sex ja auch, Liebe machen. Dies sollte so sein. Klar, kann er auch einfach zu Befriedigung der Lust dienen. Wieso auch nicht? Aber nicht nur. Sonst geht mit der Zeit das Wunderbare an ihm verloren. Sonst verliert er mit der Zeit seinen Reiz. Dies geschieht aber immer und immer wieder. Sex wird oder ist einfach etwas das konsumiert wird. Man hat Sex und das Leben geht weiter. Sieht man sich danach nochmals, gut, wenn nicht auch gut. Dies ist seit Menschengedenken  doch so. Nicht alle sehen Sex als einen Akt der Liebe an. Besonders heute, wo Sex allgegenwärtig ist. Sei es in der Werbung oder dem Internet. Man kann Sex einfach konsumieren. Doch genau das führt doch auch dazu, dass man mit der Zeit eine falsche Vorstellung bekommt. Was in den Pornos gezeigt wird, hat mir der Realität nichts zutun. Es ist einfach ein Film. Mehr nicht. Doch diese Illusion erkennen viele nicht mehr. Sie können nicht mehr zwischen dem unterscheiden, was sie sehen, und was tatsächlich ist.
Beim Sex mit der Person welche man liebt geht es doch vielmehr darum, dass man einander merkt. Wahrnimmt. Dass man sich einander hingibt ohne immer die Kontrolle haben zu müssen. Dass man sich auf einander einlässt. Eine gemeinsame Form findet, welche für beide stimmt. Dies ist die Kunst Sex zu haben. Einfach ist es nicht. Aber es lohnt sich daran zu arbeiten. Es ist wie in einer Beziehung. Nur wenn man miteinander spricht, weiss man, was das andere denkt oder will. Nur so entsteht Harmonie. Wenn jedes einfach denkt aber nichts sagt, so führt dies zu Frust und Wut. Das führt irgendwann zum Ende der Beziehung. Mit dem Sex verhält es sich doch auch so. Partner sollten offen darüber sprechen. Sie sollten sich genau so über Sex unterhalten, wie über alles andere auch. Schliesslich haben sie ja Sex zusammen. Was ist daran so verkehrt, darüber zu sprechen? Ich sehe nichts verkehrtes. Mir ist Sex wichtig. Aber nicht so wichtig, dass ich nur Sex haben will. Mir ist die gemeinsame Zeit mit meiner Frau als Ganzes wichtig. Die Zeit, welche ich mit ihr verbringe ist für mich die Zeit, welche für mich Erholung ist. Das Gemeinsame ist es, was für mich das Schöne ist. Erlebt man etwas gemeinsam, so ist es doch schöner, als einfach alleine. Ich für mich geniesse jede Augenblick, welchen ich mit meiner Frau verbringen kann.
Sex gehört auch zu den Dingen, welche immer ein Tabu bleiben. Und doch sprechen alle darüber. Aber nicht über die eigene Sexualität sondern allgemein. Klar, ich spreche auch mit niemandem, ausser meiner Frau, über meine Sexualität. Aber ich spreche auch sonst nicht über Sex. Für mich ist das privat. Der Mensch braucht Sex. Das gehört dazu. Nicht nur die Muggel, sondern auch Asperger. Menschen wollen lieben und geliebt werden. Es stellt sich nur die Frage, wie viel und wie intensiv. Dies ist nicht für alle gleich. Wichtig ist nur, dass man sagt, was man will und was nicht. Das man Grenzen setzt und nicht einfach hemmungslos wird.
Sex heisst für mich, dem anderen mich geben. Ihm meine Liebe schenken.