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Mittwoch, 12. April 2017

Asperger und sich selber überwinden

Früher habe ich dies nicht verstanden. Wie soll ich mich selber überwinden. Ich bin doch kein Hindernis. Wie also kann ich mich selber überwinden?
Bis ich erkannt habe, dass sich die meisten Menschen selber im Wege stehen. Sie wollen etwas und tun es nicht. Sie denken aber handeln nicht. Aus Faulheit? Als Trägheit? Ich weiss es nicht. Was ich aber vermute, ist, dass die meisten Menschen eines nicht wollen. Veränderungen. Also tun sie nichts oder nur das, was sie kennen und können.
Beendet so was Leiden? Nein, sicher nicht. Geht es um das Beenden von Leiden? Dem Meisten nicht. Sie leiden, weil sie meinen, es gehört zum Leben. Es muss so sein. Das heisst, sie geben sich auch keine Mühe mal zu überlegen, wie sie Leiden beenden können. Nicht nur ihres, sondern auch das anderer. Klingt nach Buddha. Ich weiss. Darum geht es mir aber nicht.
Sondern, wie kann ich selber in der Welt mehr leisten. Wie kann ich mehr vom Leben haben? Wie es besser geniessen? Nun, das ist nicht einfach für mich. Denn ich bin oft, sehr oft, einfach in meinen Gedanken gefangen. Will was tun, kann nicht. Da ich nicht exakt weiss, was mich erwartet. Kling öde. Ist es manchmal auch. Doch dann sage ich mir, dass ich es wenigstens versuche. Mir Mühe gebe. Auch wenn es oft nicht von Erfolg gekrönt ist. Muss es das immer sein? Nein, sicher nicht.
Ich musste lernen, wieder in einer NT-Welt zu arbeiten. Musste lernen, dass ich wieder einfach ein Mitarbeiter bin. Dass ich genau ein Gebiet habe. Nicht wie früher mehrer. Ich konnte mitbestimmen, was im Geschäft entschieden wurde. Heute nicht mehr. Ich musst mich dafür selber überwinden. Musste einsehen, das es eine neue Chance ist. Klar, ich habe ein paar Monate gebraucht. Aber was ist das schon gegen die Jahre zuvor. Sprich, ich musste mich geistig neu ausrichten. Was ich noch immer tue. Ich musste ein Teil meines Denkens ändern. Musste Interesse und Freude für das entwickeln, was ich tue. Softwareschreiben. Aber nicht für irgend wen, sonder für die Leute mit denen ich zusammenarbeite. Das musste ich zuerst einsehen. Musste einsehen, dass ich einfach ein Teil eines Grösseren bin. Das es nicht darum geht, was ich will, sondern wie ich meinen Beitrag leisten kann. Wie ich helfen kann. Ich schweife ab.
Zurück tum Thema. Nun, also, sicher selber überwinden erfordert eine Sache. Arbeit. Man muss lernen an sich zu arbeiten. Über sich nach zu denken. Zu meditieren. Zu sein. Kein Lärm. Das ist ja was, womit viele NT so ihre Probleme haben. Die müssen immer was tun. Es muss immer irgendwo Musik sein. Ein Video. Der TV. Hauptsache keine Ruhe. Nur, so kann man sich eben nicht überwinden. Einsehen, dass man selber die ein Teil des Leides ist, welches man hat. Klar, nicht alles. Aber es ist ja auch immer eine Frage der Einstellung. Sind immer alle anderen Schuld, oder erkenne ich, das ich es auch sein kann.
Was ich entscheide, entscheide ich. Dazu muss ich stehen. Eine wichtige Erkenntnis. Die vielen logisch erscheint, in der Praxis aber nicht umgesetzt wird. Denn, NT weisen meistens die Schuld von sich. Sie sind es nicht gewesen. Wozu haben wir sonst Gerichte? Anwälte? Die Schuldfrage.
Menschen sind oft sehr mit dem verhaftet, was sie besitzen. Was sie meinen zu sein. Sie können oft nicht loslassen. Das ist auch ein Teil des Überwindens. Erkennen, dass alles nur temporär ist. Nichts ist für immer.
Dazu kommt, das auch NT immer nur vom ICH sprechen. MEIN. Egal was. Alles ist MEIN. Auch wenn es nicht so ist. Sie können diesen Gedanken nicht überwinden. Würden sie es tun, dann würden sie erkennen, dass das Leben einfach wird. Aber Achtung. Es geht mir nicht um Gleichgültigkeit oder Egoismus. Es geht einfach darum, dass wir mit so vielen Dingen belastet sind, die uns im Grunde genommen nicht gehören und um die wir uns auch keine Sorgen machen müssen. Fällt das weg, im Kopf, so wirst du merken, dass es ein anderes Leben ist. Ein Leben das freier ist. Im Geiste. Das wieder Ressourcen frei macht für anderes. Für die Familie, Arbeit oder einfach nur für sich selber.
Probiere es einfach aus. Es ist nicht einfach und braucht sehr viel Übung. Und, Rückschläge gehören dazu. Auch ich kann es nicht perfekt. Muss auch nicht sein. Denn trotz Autismus bin ich eines. Ein Mensch.