Dieses Blog durchsuchen

Translate

Sonntag, 7. Mai 2017

Asperger und Förderung

Gestern war ich an einem Anlass von einer Elternvereinigung welche sich für autistische Kinder einsetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass es ein sehr grosses Bedürfnis nach Förderung ist. Nur, war immer die Rede von, was die Anderen tun müssten oder sollten. Was also schlussendlich ihnen selber zu gute kommt. Daran ist sicher nichts falsch. Ich sehe das aber nach all den Jahren in welchen ich mich mit dem Thema Autismus beschäftige, als zu einseitig gedacht. Verstehen tue ich die Eltern sehr wohl. Denn, sie wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs.
Doch auf der anderen Seite sind da die NT. Sprich die Lehrer oder Arbeitgeber. Die haben meistens kein, oder nur sehr wenig Wissen über den Autismus. Was ich nicht als negativ abtun will. Denn, sie können ja nicht auf jedem Gebiet Spezialisten sein. Müssen sie auch nicht. Oft reicht einfach mal nachfragen oder denken.
Das aber Förderung für Autisten wichtig ist, sehe ich schon auch ein. Aber man sollte uns auch mal machen lassen. Denn, es kann eben auch dem Guten zu viel sein. Sprich, irgendwann, werden diese Kinder Jugendliche Erwachsene. Und dann? Ja, was dann? Sie sollten, wenn ihre Einschränkung nicht zu gross ist, so selbstständig wie möglich leben können. Oder sogar ganz selbstständig. So wie viele von uns das auch können. Aber das wird nicht gesehen. Es geht immer nur um das Nehmen und Wollen. Ich habe bin eben für das Geben. Was kann ich tun, damit ich der Gesellschaft nicht zur Last falle? Die Frage ist nicht, was die Gesellschaft für einem tun kann, sondern, was man für die Gesellschaft tun kann. Aber damit bin ich sicher eine Minderheit.
Wieso dies? Nun, auch die NT wollen immer mehr bekommen. Sie erheben auch immer mehr den Anspruch auf individuelle Förderung. Alles muss genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sein. Was natürlich so nicht möglich ist. Dann kommen noch wir Autisten. Einen Minderheit. Auf wen wird zuerst gehört. Auf die Mehrheit oder die Minderheit? Frage dich selbst.
Nun, vieles von dem was heute gefördert werden muss, war früher normal, dass man es sich selber bei brachte. Lernte durch Fehler. Heute sind Fehler eine grosse psychische Belastung. Die Frage ist, muss das so sein? Kann man heute nicht mehr aus Fehler lernen? Müssen die Menschen schon als Kind Erwachsene sein? Es kommt mir manchmal so vor. Sie dürfen nicht mehr Kinder sein. So mein Eindruck. Ist jemand auffällig, wird er ruhig gestellt. Es gibt einen Therapeuten. Früher gingen wir raus spielen. Energie abbauen. Das wir normal. Wir alle waren auffällig, um es mit einem Modernen Wort zu sagen. Waren wir das? Nein. Brauchen wir Förderung? Nein. Brauchten wir Therapeuten? Nein. Und doch sind wir erwachsen geworden. Haben unsern Weg gemacht.
Heute, so heisst es, seinen andere Zeiten. Alles ist komplexer geworden. Schneller. Anspruchsvoller. Das hat es damals auch schon geheissen. Es geht mir nicht um, früher war alles besser. Sondern einfach darum zu zeigen, das es auch anders geht. Mit dem Willen geht vieles. Nur, der Wille wird heute vielen Kindern weggenommen. Sie dürfen nichts mehr wagen. Alles muss geregelt sein. Alles strukturiert. Von dem her, bin ich froh, muss ich in der heutigen Zeit kein Kind mehr sein. Aber das ist einfach gesagt. Aus der Distanz der Zeit.
Grundsätzlich finden ich Förderung gut. Aber eben, sie darf nicht einseitig sein. Es braucht, wie so oft beide Seiten. Wenn nur eine Seit fordert und sich beklagt, wird das nicht. Schlussendlich geht es doch wie immer um Toleranz und Respekt. Damit kann mehr erreicht werden, als mit all den Schulungen und Vorträgen. Denn, wenn der Mensch will, kann er alles erreichen. Es ist eben doch nur eine Frage des Willens.